04.06.2019, 20:12 - Wörter:
Vor der Ruine
am 01.01.1970
HÄTTEST DU NICHT LUST MIT MIR DEN ABEND ZU VERBRINGEN
GEGEN DEN FRUST, WIR SOLLTEN NACHTBADEN GEHEN
BONNIE & BILL | 31. OKTOBER, ABENDS
Glücklicherweise schien sich Bonnies Wut jetzt tatsächlich erstmal auf Alicia zu verlagern – was gut war, denn auch Bills Wut ging gerade sehr stark in deren Richtung. Wieso hatte sie das nur gemacht, beziehungsweise: wieso hatte nichts dazu gesagt? Die Tatsache, dass sie ihn ganz einfach im Orden hätte antreffen können, sie es aber trotzdem nicht getan hatte, machte ihn fast noch wütender als der Gedanke an seinen eigenen Penis, der ohne sein Zutun in einem fremden Menschen gewesen war. „Scheint fast so“, kommentierte er ihre Worte kleinlaut und rollte entnervt mit den Augen, während er noch hinterher schob: „Ich hoffe doch stark, denn sonst ist eine Pilzinfektion ihr geringstes Problem…“ Noch während er darüber nachsinnierte, was Alicia zu dem Thema wohl zu sagen haben würde (außer, dass Myron sicher sehr hot und diese Erfahrung sicher sehr abgefahren war), fiel von seiner Partybegleitung klammheimlich eine große Portion Wut ab, was Bill erst bemerkte, als sie die Arme um ihn schlang. Sein Herz machte einen kleinen Hüpfer, so froh war er, dass sie ihm die Sache scheinbar glaubte und nicht nachhaltig sauer auf ihn sein würde. Also legte auch er seine Arme um sie und drückte ihren zierlichen Körper noch ein bisschen fester an seinen eigenen.
„Mir tut’s leid man, ich wusst echt nicht, dass das ganze so endet. Es sollte nur ein Gefallen sein.“ Er drückte sie wieder ein bisschen von sich weg, damit er ihr Gesicht sehen und seine Hände über ihren (grauen) Haarschopf fahren konnte. „Ich hab meinen bevorzugten Promi zum Nageln in der Abstellkammer schon gefunden.“ Wagte er einen Versuch, ein bisschen komisch zu sein und grinste dann schief. Es war ein komisches Gefühl, aber er war ehrlich erleichtert, dass das zwischen ihm und Bonnie hier und jetzt kein jähes Ende gefunden hatte – und vor allem, dass Bonnie darüber auch fast glücklich wirkte. Aber vielleicht bildetet er sich das ja auch nur ein…
„Ja, ich kann ein bisschen Schnaps jetzt sehr gut vertragen“, nickte er zustimmend. Doch dann fiel ihm noch eine Sache ein. „Ich weiß, ist ein komischer Moment jetzt“, gab er zu, hob die Schultern und kramte in seiner Hosentasche nach der Kette, die er vor Kurzem bei Edward gekauft und heute Abend noch lose in seine Tasche gestopft hatte. Er wollte ja nicht zu bemüht wirken und vermeiden, dass Bonnie diese Aktion als romantischer interpretierte als sie eigentlich war. Deshalb hielt er ihr das Schmuckstück nun auch sehr unaufgeregt entgegen: „Mein Kumpel Edward hat einen Schmuckladen und als ich ihn besucht hab, hab ich das gesehen und fand es passt zu dir.“ Nuschelte er ein bisschen zu schnell. „Wenn du es dumm findest, kannst du es ja einem deiner Fans mit der Fanpost zurückschicken.“ Witzelte er, weil er hoffte, dass sie ihn jetzt nicht auslachen – oder es sich zum Thema Schlussmachen doch noch eben anders überlegen würde.
