23.10.2017, 07:16 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
Strange Birds
You’ve always loved the strange birds,
Now I want to fly into your world
I want to be heard
SANTANA Crishington && AURELIA Bletchley
14.10.1998, mittags
Die letzten Tage auf Hogwarts waren irgendwie bescheiden gewesen. Bescheiden war dabei nur der nette Ausdruck für viel schlimmeres. Das angenehmste war derzeit der Unterricht. Verwandlung war eine Wohltat, auch wenn es mal wieder deutlich zu anspruchsvoll war. Aber immerhin fütterte das den Kopf auf eine angenehme Art und Weise, anstatt ihn durch irgendwelche Gehirnwäsche erst zu leeren und dann mit sinnfreiem Inhalt zu füllen. Ansonsten war nur das Treffen mit Rolf in angenehmer Erinnerung und das obwohl sie über diesen komischen Kuss gesprochen hatten, was Aurelia komplett verunsichert hatte. Dazu kamen ja ihre Gedanken zu Santana, beziehungsweise der Gedanke an sie, der sie komplett verwirrte.
Ausgerechnet diese war verschwunden. Anscheinend war sie mit Daria abgehauen. Irgendwie hatte Aurelia ziemlich Respekt davor und fand es unglaublich mutig und cool, was die beiden getan hatten. Aber jetzt war sie eben nicht mehr in Hogwarts und das gefiel Relia überhaupt nicht. Ohne sie wirkte es hier plötzlich noch trister. Sie machte sich große Sorgen um Ana und sogar um Daria. Sie hatte Ansgt davor, dass die beiden erwischt wurden und, dass dann sonst was mit Ihnen gemacht wurde. Klar, es war verständlich, dass man abhauen wollte, das Bedürfnis hatte sie auch ständig, aber es war genauso gefährlich. Sie bezweifelte zudem, dass die beiden Mädchen wirklich einen Plan oder gar Verbündete hatten, dann war das noch viel gefährlicher. Deshalb sorgte sie sich.
Und Grund zur Sorge gab es ja schon genug. Die Schulleitung war daneben, das Inquisitionskommando war daneben, Hogwarts machte keinen Spaß mehr. Dass sie jetzt unter Beobachtung stand, machte ihr das Leben auch nicht leichter. Erst recht nicht, seit sie von Maria Stuart bei ihrem nächtlichen, komplett harmlosen Ausflug erwischt worden war. Ihr Vater war auch mal wieder wütend auf sie, wenn auch auf andere Art und Weise wie Anas Vater auf seine Tochter wütend war.
Die Schule war für sie immer ein Ort gewesen, an dem jeder fast so sein konnte wie er wollte. An dem es zwar das typischen Teeniedrama gab und auch alles andere was zum erwachsen werden dazu gehörte, aber immerhin wurden alle akzeptiert. Hogwarts hatte alles sein können und vor allem hatte es hier immer Spaß gemacht zu wohnen und zu lernen. Jetzt war das anders. Ganz anders.
Dementsprechend deprimiert saß Aurelia in der Bibliothek und versuchte sich auf ihre Hausaufgaben zu konzentrieren. Das klappte aber nur leidlich, ihre Gedanken schweiften ständig woanders hin ab. Der Aufsatz würde ihr sicherlich keine gute Note einbringen. Das geschriebene war zwar solide, mehr aber auch nicht.
Irgendwann sah sie ein, dass es so keinen Sinn machte zu arbeiten, sondern reine Zeitverschwendung war. Außerdem bekam sie Hunger. Am Besten würde sie in der großen Halle vorbei schauen. Vielleicht saß da ja auch das ein oder andere Gesicht, dass sie aufheitern konnte.
Seufzend schlug sie ihre Bücher zusammen und rollte ihre Pergamentrollen zusammen. Alles zusammen schmiss sie recht achtlos in ihre Tasche und hängte diese sich eilig um.
Mit fast schon hastigen Schritten machte sie sich auf in Richtung große Halle. So recht achtete sie nicht auf ihre Umgebung, die meisten Mitschüler interessierten sie ja doch nicht.
Als sie einen kurzen Moment aufschaute um zu sehen wo sie denn überhaupt hinlief, fiel ihr Blick auf ein Mädchen in der Eingangshalle. Es dauerte etwas bis in ihrem Gehirn ankam, wer da eigentlich stand. Sie hatte schon wieder auf den Boden geschaut, als ihr ein Licht aufging. Abrupt blieb sie stehen und starrte die Schülerin an. „Santana?“, fragte sie ungläubig und lief zu dem Mädchen hinüber. „Wo… wo… wo warst du und was machst du wieder hier?“, fragte sie, während ihr Herz ein paar Extrasystolen machte, anscheinend irgendwo zwischen Schock und Aufgeregter Freude schwebend.