13.09.2015, 19:43 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
i’m not supergirl
nasty angeloi & santana crishington
24. Juni 1998 | vormittags | eingangshalle
Jetzt war es aus. Endgültig. Santana wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht, als Nasty dann aussprach, was Ana sich doch schon irgendwie gedacht hatte. Nasty wusste tatsächlich von dem Kuss. Das war eine ausgewachsene Katastrophe. In Santanas Kopf fing es an zu arbeiten: Sollte sie nun alles abstreiten und behaupten, es wäre nur ein Bussi unter besten Freunden gewesen? Vermutlich gab es aber keine Chance, dass Nasty das schluckte. Ana war geliefert. Ihr Leben war aus! „Das…“, setzte sie an, doch ihr versagte die Stimme. Verdammt, verdammt, verdammt! Was sollte sie jetzt nur machen?
Ana reckte ihr Kinn in die Luft und atmete tief ein und aus, um sich nun zu rechtfertigen. „Das ist keine abartige Neigung.“ Wenn sie doch jetzt nur wüsste, was sie in dem Brief genau geschrieben hatte! Dann hätte sie vielleicht noch eine gute Lüge drum herum bauen können. „Daria ist meine beste Freundin und außerdem habe ich einen Freund. Jamie Franklin.“ Oh verdammt, durfte sie überhaupt einen haben hier? Oder gab das nun auch wieder Ärger? Bei all den Erlassen war es schwierig den Überblick zu wahren. Zudem war er auch noch aus einem anderen Haus und das war doch auch wieder problematisch laut Erlass was-auch-immer! Aber gerade war wohl alles besser, als eine L… Selbst in Santanas Gedanken wollte sich dieses Wort nicht formen. Lesbe. Ana kniff kurz die Augen zusammen, ehe sie sich nun ganz fing und ihre Stimme wieder erhob. „Du weißt ja offensichtlich, dass wir uns geküsst haben, beziehungsweise, dass ich sie geküsst habe. Dazu gibt es auch eine ganz einfache Erklärung…“ Und die lautete?! Jetzt sollte Ana besser ganz schnell was mehr oder minder Sinnvolles einfallen. „Es geht dich ja eigentlich nichts an und ich weiß, dass das gegen Erlasse verstößt, aber so unter Frauen gesagt: Ich habe noch nie jemanden geküsst und jetzt bin ich das erste Mal richtig verliebt – in einen Jungen.“ Warum kamen die Lügen immer dann so schwer, wenn man sie am meisten brauchte? Anas Herz raste wie verrückt. „Ich kann unmöglich unvorbereitet in eine Liebe reingehen und da Daria meine beste Freundin ist und sie eben schon mehr Erfahrung hat, habe ich sie geküsst, um mal zu erfahren, wie das ist. So einfach ist das.“
Da hätte der Ravenclaw eigentlich was Besseres einfallen müssen. Aber es war eben nicht so gekommen und jetzt, wo diese miserable Lüge raus war, war auch Anas Kraft am Ende. Sie spürte, wie sich Tränen in ihren Augen sammelten und das machte sie rasend. „Verdammt.“, zischte sie nun und rügte sich innerlich schon wieder. Sie hatte in letzter Zeit einfach keine Kontrolle mehr über sich selbst und ‚verdammt‘ dachte und sagte sie auch viel zu häufig! „Das geht dich alles einen feuchten Furz an! Ich weiß, dass ich auf eurer Abschussliste stehe, aber das gibt dir nicht das Recht dich in mein Leben einzumischen! Ich bin kein Verbrecher!“ Santana raufte sich die Haare und grummelte leise. Nein, sie musste sich beherrschen! Sie wischte sich flüchtig eine Träne von der Wange und schnaubte sauer. Verdammte Tränen. Und verdammt, da war auch schon wieder dieses Wort gewesen!